Zu den Berner Regierungsratswahlen vom Sonntag, dem 29. März 2026 und unserem Gesundheitsminister Pierre Alain Schnegg (SVP)

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Es war wieder einmal so weit an diesem Sonntag: Die Berner Stimmberechtigten waren aufgerufen, ihren Regierungsrat neu zu wählen. Dabei stach mir ein Name besonders ins Auge: Pierre Alain Schnegg.

Bis anhin amtierte er als oberster Gesundheitsdirektor des Kantons Bern. Sein politisches Programm lässt sich – zugespitzt formuliert – so zusammenfassen: „Gegen unten treten – gegen oben beten“.

Konkret: massive Kürzungen bei Asylsuchenden und Sozialhilfeempfängern einerseits, steuerliche Entlastungen für Unternehmen und Vermögende andererseits.

Und dennoch: Die Stimmberechtigten des Kantons Bern haben ihn erneut gewählt.

Wie also vereinbart sich dieses politische Handeln mit dem Selbstverständnis eines gläubigen Christen? Wie steht es um den Umgang mit den Mittellosen – Sozialhilfeempfängern, Nothilfe beziehenden Asylsuchenden und Kranken – im Lichte der christlichen Lehre?

Ein Blick in die Bergpredigt Jesu Christi genügt:

Matthäus 5
Die Bergpredigt:

Kapitel 5,1–7,29

Die Seligpreisungen,
 
1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg. Und er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. 
2Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
3Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. 
12Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Salz und Licht
13Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
14Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 
15Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 
16So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Jesu Stellung zum Gesetz
17Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. 
18Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. 
19Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
20Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

 

Obschon ich als Autor dieses Textes überzeugter Atheist bin und weder an irgend einen blödsinnigen Gott noch an irgendeine Form von Determinismus glaube (u. anderem an überhaupt kein vorherbestimmtes Leben) – im Gegenteil: Ich beziehe mich ausdrücklich auf die Ideale der Aufklärung, der Französischen Revolution und der daraus hervorgegangenen Menschenrechte –, scheint mir gerade dieser Bezug hier aufschlussreich.

Die Bergpredigt bildet einen zentralen Kern christlicher Ethik. Sie stellt die Schwachen, die Armen und die Leidenden ins Zentrum moralischen Handelns. Wer sich auf das Christentum beruft, muss sich an diesen Maßstäben messen lassen.

Monsieur Schnegg, mit Ihrer Politik der sozialen Härte verraten Sie nicht nur diese Grundsätze, sondern auch das Wertefundament der Gemeinschaft, der Sie sich zugehörig fühlen. Ihr Handeln steht in einem offensichtlichen Spannungsverhältnis zu den ethischen Ansprüchen, die das Christentum selbst formuliert.

Aus säkularer Perspektive mag das letztlich gleichgültig erscheinen. Doch selbst innerhalb Ihrer eigenen weltanschaulichen Bezugspunkte wirkt sich diese Diskrepanz ins Unerträgliche aus.

Denn die Bergpredigt spricht nicht von den Hartherzigen, sondern von den Barmherzigen; nicht von denen, die Schwache unter Druck setzen, sondern von denen, die ihnen beistehen.

Hinzu kommt ein weiterer Widerspruch: Ihre Partei, die SVP, warnt regelmäßig vor „kriminellen Ausländern“ und fordert derer konsequentere Ausschaffungen. Gleichzeitig trägt eine Politik, die soziale Sicherheit abbaut und Perspektiven verschlechtert, nachweislich zur Verschärfung sozialer Probleme bei – und begünstigt genau jene Entwicklungen, die sie rhetorisch beklagt.

Diese Inkonsistenz der Partei welcher Sie angehören (der SVP), ist äusserst schwer zu ertragen. Eine Politik, die nach unten Druck ausübt und nach oben entlastet, erzeugt Spannungen, die sie anschließend selbst politisch instrumentalisiert.

Widersprüchlicher und polemischer, könnte Ihre gemachte Politik im Kanton Bern kaum sein.

Author: M. Bänninger von den Psychiatrie Erfahrene Schweiz
Es lebe die franz. Revolution: Liberté, Égalité, Fraternité

https://de.wikipedia.org/wiki/Entchristianisierung durch die franz. Revolution

…und hier noch eine scharfsinnige Analyse selbst inszninierter SVP-Politik, welche zu immer noch mehr Gewalt und letztendlich noch mehr Repression führen wird! (WOZ vom 21. Juni 2023 / Vanessa E. Thompson:“Gewalt ist der normale Modus der Polizei“)

woz.ch-Vanessa E Thompson Gewalt ist der normale Modus der Polizei

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