Thomas Szasz

Link ==> Wikipedia Eintrag zu Thomas Szasz

E-mail Nachricht vom Werner Fuss Zentrum zu Juan E. Méndez: Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte

Date: Sat, 21 Jun 2014 14:31:49 +0200
From: werner-fuss@berlin.de
To:
Subject: Ist Psychiatrie heute noch Folter? Bericht in Telepolis

Bildergalerie hier klicken

Ist Psychiatrie heute noch Folter?

Peter Nowak 21.06.2014

Eine Einladung nach Berlin macht deutlich, wie unterschiedlich die Ansichten über die Psychiatrie heute noch sind

„Menschenrechte und Psychiatrie“ lautete der Titel einer Expertentagung mit hochkarätiger Besetzung, die am Donnerstag in Berlin stattgefunden hat. Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft fürPsychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde sprach dort auch der UN-Beauftragte zu Fragen des Genozids und Folter, Juan E. Méndez.

Er wurde bereits am Eingang Transparenten empfangen. „Willkommen in Berlin, Herr Méndez“ lautete das Motto eines Bündnisses von Kritikern der aktuellen Psychiatrie in Deutschland. Sie machten auch deutlich, dass der Willkommensgruß nur dem UN-Beauftragten, nicht aber dessen Gastgeber galten.“Juan E. Méndez hatte eine ungewöhnliche Einladung erhalten: eine Organisation der Täter, die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie,
Psychosomatik und Nervenheilkunde, hatte ihn zum Vortrag über Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlungen oder Strafen in der Psychiatrie am 19.6.2014 nach Berlin eingeladen“, heißt es auf der Homepage der Psychiatriekritiker.

Folter in der Psychiatrie endlich abschaffen

Doch es sind nicht nur die Psychiatrieerfahrene und –betroffene, die auch die moderne Psychiatrie mit Folter in Verbindung bringen. So haben 9 Professoren, 4 Rechtsanwälte sowie ein ehemaliger BGH-Richter ein Bündnis gegen Folter in der Psychiatrie gegründet, in dem sich inzwischen 20 Organisationen von Menschenrechtsaktivisten und Betroffene zusammengeschlossen haben.

Dieses Bündnis beruft sich nun ausdrücklich auf Juan E. Méndez. Er hat als Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in der 22. Sitzung des „Human Rights Council“ am 1. Februar 2013 Zwangsbehandlung in der Psychiatrie zu Folter bzw. grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung erklärt. Zudem forderte Méndez dort von allen Staaten, dass sie „ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen von Personen mit Behinderungen“ verhängen sollen. Darunter fällt für ihn ausdrücklich die Anwendung „nicht-einvernehmlicher Psychochirurgie, Elektroschocks und Verabreichung bewusstseinsverändernder Drogen, sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung“.

Die Verpflichtung, erzwungene psychiatrische Behandlung wegen einer Behinderung zu beenden, ist „sofort zu verwirklichen und auch knappe finanzielle Ressourcen können keinen Aufschub der Umsetzung rechtfertigen“, mahnte Méndez. In diesem Sinne hat auch das Bundesverfassungsgericht in der Vergangenheit öfter geurteilt.

Umdenken bei der Psychiatrie?

Die Aktivisten, die den UN-Beauftragten aber nicht dessen Gastgeber in Berlin begrüßten, fordern vom Gesetzgeber, dass endlich die Postulate von Méndez auch in Deutschland umgesetzt werden. „Gewaltfreie Psychiatrie jetzt“ lautete das Motto. Könnte nicht die Einladung des erklärten Folter-Gegners durch die führende Organisation der Deutschen Psychiatrie ein hoffnungsvolles Zeichen für ein Umdenken bei den Organisatoren sein?

Rene Talbot, der bei den Berliner Psychiatrie-Erfahrenen aktiv ist, ist davon nicht überzeugt. Er bezeichnet es als zynisch, dass die Tagung mit dem Titel „Menschenrechte und Psychiatrie“ auf der Méndez eingeladen war und auf der eine „ethische Positionierung der DGPPN“ vorbereitet werden soll, ausgerechnet von einem Präsidenten der DGPPN, Prof. Wolfgang Maier, eröffnet wird, der ein deutscher Erbhygieniker sei. „Die Erbhygiene umetikettiert als ‚psychiatrische Genetik‘, die Prof. Wolfgang Maier als Vorsitzender der Sektion „Genetics of Psychiatry“ bei der World Psychiatric Association vertrat, war die ideologische Grundlage, mit der Ärzte versuchten, ihr systematisches Gaskammer-Massenmorden ab 1939 in Deutschland zu rechtfertigen – das Mordsystem, das anschließend zum Massenmord an Juden, Roma, Sinti und Homosexuellen ins besetzte Polen exportiert wurde“, so Talbot.

Quelle und Möglichkeit zu kommentieren: http://www.heise.de/tp/news/Ist-Psychiatrie-heute-noch-Folter-2236185.html

——————————————————————–
Dies ist eine Nachricht des Werner-Fuß-Zentrums
im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
http://www.psychiatrie-erfahrene.de

Geisteskrank? Ihre eigene Entscheidung!
Informieren Sie sich: http://www.patverfue.de

Nachrichten aus dem Werner-Fuß-Zentrum jetzt auch auf Twitter und Facebook (und weiterhin per RSS-Feed):
Twitter: https://twitter.com/wernerfuss
Facebook: https://www.facebook.com/patverfue
RSS: http://www.zwangspsychiatrie.de/feed

Demonstrations-Aufruf des Werner-Fuss Zentrums in Berlin

Eben habe ich folgende E-mail erhalten vom Werner-Fuss Zentrum in Berlin mit folgendem Inhalt:

Date: Thu, 12 Jun 2014 13:57:18 +0200
From: werner-fuss@berlin.de
To:
Subject: Juan Méndez kommt nach Berlin !

Willkommensgruß und Demonstration für eine gewaltfreie Psychiatrie
am 19.6. um 10.30 Uhr vor dem Quartier 110, Friedrichstr. 180, Berlin Mitte

Der Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Juan E. Méndez, wurde von der DGPPN zu einem Vortrag eingeladen. Wir wollen ihn mit Blumen begrüßen und demonstrieren, dass die Betroffenen der psychiatrischen Folterungen sehr genau wahrgenommen haben und froh darüber sind, dass er dieses Thema endlich aufgegriffen hat.

Den Teilnehmern der DGPPN wollen wir zeigen, dass wir die gewaltfreie Psychiatrie JETZT fordern. Endlich muss die Forderung des Sonderberichterstatters erfüllt werden, dass “alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen von Personen mit Behinderungen verhängen sollten, einschließlich nicht-einvernehmlicher Psychochirurgie, Elektroschocks und Verabreichung bewusstseinsverändernder Drogen, sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung. Die Verpflichtung, erzwungene psychiatrische Behandlung wegen einer Behinderung zu beenden, ist sofort zu verwirklichen und auch knappe finanzielle Ressourcen können keinen Aufschub der Umsetzung rechtfertigen.” Quelle siehe hier

Dazu verteilen wir Flugblätter über das “Bündniss gegen Folter in der Psychiatrie” und über “Nun offensichtlich: Psychiatrie ist nackte Gewalt!
Die Einladung zu der Veranstaltung der DGPPN ist hier veröffentlicht:
http://www.zwangspsychiatrie.de/cms-67UN/wp-content/uploads/2014/06/Mendez-DGPPN.pdf

Bitte kommt alle, so dass es ein würdiger Empfang für Juan E. Méndez und für die DGPPN ein deutliches Zeichen wird!

 

 

Beobachter / 24. Januar 2014, Beobachter 2/2014

Link ==> Psychische Störungen «Wir wollen etwas Messbares»